Wie kann man mit schwierigen Patienten umgehen?
15. August 2022

Wie sieht es bei Ihnen in der Praxis aus?

Arbeiten Alt und Jung gut zusammen oder gibt es bei Ihnen eher den Fall XY… ungelöst?

Es liegt in der Natur der Dinge:der Generationenwechsel am Arbeitsplatz ist unvermeidlich. Erfahrene Kräfte gehen, neue kommen, dazwischen gilt es, unterschiedliche Arbeitsauffassungen und Ansichten der Generationen X (geboren zwischen 1965 und 1979), Y (Jahrgänge 1980 bis 1994) und Z (Geburtsjahr 1995 bis 2009) unter einen Hut zu bringen. Denn jede Generation bringt eine andere Einstellung zur Arbeit und den damit verbundenen Abläufen, dem Miteinander im Team und dem Umgang mit Patientinnen und Patienten mit. Weil das manchmal gar nicht so einfach ist, gibt es Fachkundige wie Ilario Deana.

Als Führungstrainer und Coach hilft er mit seinem Unternehmen deana & partner bei schwierigen Konstellationen im Betrieb und verrät Tipps und Tricks, wenn es im Kollegium hakt.

Deana ist gefragter Spezialist in Sachen Generation X/Y/Z am Arbeitsplatz und sorgt dafür, dass die Generationenfrage im Team nicht als Problem, sondern als Chance begriffen wird. Nur wer Führungsstil und Arbeitsstrukturen auch an die junge Generation und ihre Bedürfnisse anpasst, kann talentierte Mitarbeiter:innen langfristig binden und seinem Unternehmen eine erfolgreiche Zukunft sichern.
Im vielfältigen Praxisalltag bietet ein generationenübergreifendes Team ausserdem Vorteile: Die Newcomerin kann mit ihrer Multitasking-Affinität wertvolle Stütze am PC sein, stressige Situationen mit ungeduldigen Patientinnen und Patienten entschärft der erfahrene Kollege im Handumdrehen.

Bevor Deana vor 19 Jahren als Trainer für Unternehmen startete, war er in verschiedenen Firmen als Führungskraft tätig und hat dort erlebt, wie wichtig es ist, die Mitarbeitenden zur Selbstständigkeit auszubilden und dabei ihre Stärken zu fördern. Mit gezielten Trainings hat er bereits damals die individuelle Leistung von Arbeitskräften steigern können. Sein «Training für mehr Performance» wird heute mehr denn je von Unternehmen geschätzt. Denn die Arbeitswelt und ihr Personal verändern sich rasant. Nicht allein wegen des Fachkräftemangels muss auf unterschiedliche Bedürfnisse und Vorstellungen von Angestellten Rücksicht genommen werden. Für reibungslose Arbeitsabläufe sind eine zeitgemässe Unternehmenskultur und Kommunikation unabdingbar.

Im Interview verrät Ilario Deana, warum agiles Führen und Miteinanderarbeiten der Schlüssel zum Erfolg ist.

Herr Deana, wie muss sich das Thema «Führung» verändern?

Die Generation Z braucht einen besonderen, neuen Führungsstil. Sie wollen oder sie wollen nicht. Man muss sie nach Ihren Fähigkeiten einsetzen. Vergessen wir die traditionelle «Respekt zuerst»-Mentalität. Diese wird nicht mehr akzeptiert werden. Die Menschen, geboren nach der Jahrtausendwende, haben sich als «Digital Natives» zwischen Realität und Virtualität bewegt. Die Generation Z geht intuitiv mit neuen Technologien um, probiert gerne aus, ganz nach dem «Trial-and-Error»-Motto. Sie legt Wert auf authentische Kommunikation und schätzt Führungskräfte, die ihnen die Wahrheit sagen und Unternehmen, die gute Zwecke unterstützen.
Die Generation Z hat eine Leidenschaft für Technologie und liebt Innovation. Sie ist sehr offen für Neues und folgt Trends wie «Virtual Reality». Unabhängig von Alter oder Position im Unternehmen muss man die Leistung der Z-ler schätzen. Führungskräfte tun gut daran, Mitarbeiterfeedback oder neue Ideen zu akzeptieren und herausragende Leistungen und Engagement zu belohnen. Weiterbildungsmöglichkeiten sollten für alle offenstehen, die ihre Chancen nutzen wollen und nicht nur für die mit den höchsten Qualifikationen.


Wie sieht gelungene Kommunikation in modernen Praxen aus?

Interessanterweise sieht man einen Trend zu «weniger ist mehr». In den letzten Jahren hat sich die Unternehmenskommunikation durch die Flut an Mails, WhatsApp-Nachrichten, Telcos und endlosen Skype-Sitzungen nicht gerade verbessert. Die Masse an Informationen hat die Interaktion zwischen Kolleginnen und Kollegen und den verschiedenen Ebenen im Betrieb eher beeinträchtigt. Die jungen Mitarbeiter:innen wollen nicht mehr ständig mit Mails oder über andere elektronische Kanäle befeuert werden und sind auch gar nicht bereit, dauernd neue Nachrichten sofort zu lesen und zu beantworten. Deshalb verändert sich beim «agilen Führen» auch die Kommunikation. Der Fokus liegt auf mehr direktem Austausch mit Menschen und auf elektronischen Tasks (Projektmanagement-Tools), die einfach und schnell einsehbar sind. Letztendlich ist dann nicht wichtig, wann die Arbeit erledigt wird, sondern dass sie termingerecht beendet wird.

Ihre besten Tipps für ein gutes Arbeitsklima?

  1. Nehmen Sie sich Zeit für die Auswahl von neuen Kolleginnen. Prüfen Sie Bewerberinnen auf Herz und Nieren: Passt sie in Ihre Praxis?
  2. Versuchen Sie zu erkennen und zu differenzieren, ob jemand «kann» oder «will».
  3. Schätzen Sie Problemlösungsfähigkeiten der neuen Mitarbeiterin ein und testen Sie diese auch: Welche Probleme gibt es nach Meinung Ihrer Kollegin in spe in einer bestimmten Situation und was würde sie an dieser Stelle ändern?
  4. Wie sieht es mit der emotionalen Intelligenz und den gesellschaftlichen Umgangsformen aus?
  5. Stellen Sie Fragen zur Motivation: «Warum wollen Sie für uns arbeiten?»
  6. Stichpunkt «agile Führung» und Flexibilität: ob von Chef zu Angestellten, von Kollegin zu Kollegin, von erfahrener Kraft zu neuem Teammitglied - eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe macht vieles leichter
  7. Pflegen Sie eine offene Kommunikation und sprechen Probleme oder Fragen ohne Umschweife an
  8. Versuchen Sie es einmal mit gegenseitigem Verständnis: nicht alles, was anders ist, ist falsch! Die Generation Z bringt häufig eine andere Betrachtungsweise mit. Das kann bestimmte, häufig festgefahrene Situationen und Prozesse verbessern. Und: GenZ spiegelt auch die neue Generation von Patientinnen und Patienten wider. Das kann positiv zur Weiterentwicklung der Praxis beitragen.
  9. Seien Sie offen für Veränderungen! Nehmen Sie Feedback an, fordern Sie aktiv Mitgestaltung ein und arbeiten Sie gemeinsam an Lösungen.
Weitere Informationen unter: www.deana-partner.ch / www.fuehrungstrainings.ch

Wie gehen Sie mit verschiedenen Generationen in Ihrer Praxis um? Wir sind gespannt auf Ihre Meinung – schreiben Sie uns doch an marketing@medidata.ch.